Die Zukunft des Deutschen Films?

Unsere Independent-Produktionen sind das nächste große Ding!

Die hier vorgestellten Filme wurden von Gestaltungstechnischen Assistenten im Fach Audiovision produziert. 

  1. Konzeption, Drehbuch, Storyboard
  2. Dreharbeiten mit allen gängigen Kameratechniken
  3. Postproduktion, Schnitt, Vertonung, Effekte, Animation, Sound Design, Musik und Sprachaufnahmen

Flügel kriegen

Über ein Jahr lang waren wir unterwegs und drehten eine Doku, über alles mögliche: über andere Lebensstile, unseren Umgang mit Essen und Müll, und trafen tolle Leute, die uns was zu sagen haben. Eine 50-minütige Filmdokumentation von MedienschülerInnen des Berufskolleg Rheinbach
Unsere ursprüngliche Idee war es, einen Film zu realisieren, über Menschen die anders leben, bewußter leben und sorgsam mit der Umwelt umgehen. Das klingt erst mal nicht so richtig spannend, aber wenn man sich drauf einläßt und offen ist, entdeckt man immer mehr zu der Thematik. So ist es uns geschehen. Anfang 2018 begannen unsere Dreharbeiten und wir ahnten noch nicht, welche Geschichten uns in den folgenden Monaten noch begegnen sollten. Bewußt haben wir uns durch die Inhalte treiben lassen. Das war gut so.
Wir sind eine Gruppe Medienschüler des Berufskolleg Rheinbach und unter der Leitung von Filmemacher Bernd Siering begannen die Dreharbeiten in Bonn, am Rhein. Hier wollten wir sehen, wie wir in unserer unmittelbaren Umgebung mit Verschwendung und Müll umgehen und ob wirklich soviel Plastik an den Ufern des Rheins liegt. Tatsächlich wurden wir garnicht richtig fündig, und kamen sofort ins zweifeln. Aber dann klärte es sich, denn am Wochenende zuvor hatte eine Säuberungsaktion von Greenpeace an den Ufern stattgefunden. Um so besser.
Das Thema Plastik in Flüssen und den Weltmeeren ließ uns keine Ruhe mehr. Doch bevor wir uns in Richtung Meer auf den Weg machten, drehten wir noch allerlei, lernten viele Aspekte des „anders Leben“ kennen. Wir besuchten die Nachhaltigkeits-Messe der Uni-Bonn. Lernten Bianca und ihren „verpackungsfreien Lebenstil“ kennen, besuchten den Unverpacktladen Freikost Deinert und beobachteten Eva, die Lebensmittel in Supermärkten für ihr Foodsharing-Projekt sammelt. Wir drehten bei der Bonner Tafel und in der Müllverbrennungsanlage, und immer wieder trafen wir auf Plastik. Jede Sekunde gelangt weltweit eine LKW-Ladung achtlos ins Meer. Tiere verenden daran und den immer weiter zerkleinerten Müll fressen sie als Mikroplastik und letztendlich fressen wir ihn auch, ja vielleicht sollte man es auch so sagen.
Unsere Reise ging weiter und wir trafen eine tolle Frau: Prof. Dr. Marianne Gronemeyer. Sie ist Professorin für Erziehungs- und Sozialwissenschaften. Zu allen unseren Themen hatte sie was zu sagen, brachte es wunderbar zusammen und bestärkte uns in unserm Tun. Sie begleitet durch den Film und hat das Schlusswort.

Arved Fuchs ist Expeditionsreisender, Buchautor und Polarforscher. Auf Helgoland trafen wir ihn, als er mit seinem Schiff unterwegs war in Richtung Nordatlantik. Er segelte bis hoch nach Nordgrönland, um sich mit den Folgen des Klimawandels zu beschäftigen. Gleichzeitig dokumentierte seine Crew die Plastikvermüllung im Meer und an den Stränden. Grund genug für uns, ihn zu treffen. Mit an Bord war die Biologin Caroline Höschle. Mit Arved und Caroline waren wir dann auf der Insel unterwegs, sammelten Müll am Strand und standen irgendwann hoch über den berühmten Klippen und waren alle sprachlos. Nicht wegen der tollen Aussicht, sondern wegen den erschreckenden Szenen, die sich in den Klippen abspielten. Wir standen vor der großen Basstölpel-Kolonie. Die Vögel haben es sich im Laufe der Zeit angewöhnt, als Nestbaumaterial Plastikfasern aus Dollyropes (Quasten aus dünnen Plastikfäden, die in der bodennahen Fischerei eingesetzt werden) zu nutzen. Diese Grundanhänge von Schleppnetzen reißen oft ab, werden angeschwemmt und dann von den Basstölpeln aufgepickt. Ganze Nester werden aus Plastikfasern gebaut und immer wieder kommt es vor, dass die Tiere nicht nur das Plastik fressen, sondern sich in den Felsen mit den Fäden selbst strangulieren und elendig verenden. Wir filmten alles für unsere Dokumentation. Irgendwann, spät nachts, saßen wir erschöpft am Strand. Die Vögeln wollten uns nicht mehr aus dem Kopf gehen. Es war Sommer und wurde erst spät dunkel, keine 20 Meter entfernt lagen duzende Robben, eine mystische Atmosphäre. Marina, Tobias und Stephan erzählten ihre Gefühle vor der Kamera. Emotional und mutig. Eine Reise, die sie nie vergessen werden.Es war eine der vielen beeindruckenden Stationen für unsere Filmdokumentation. Ein zweites Mal reisten wir zu Dreharbeiten an die Nordsee. In Hamburg trafen wir Thilo Maack von Greenpeace. Das was er uns erzählte waren Fakten über die katastrophalen Zustände in den Weltmeeren. Sie stehen am Ende des Films, und es ist wahrhaftig kein Happy End geworden. Deshalb sind wir froh, dass uns Marianne Gronemeyer zum Schluss noch Ihren Traum erzählt.

Protagonisten (a.u.)
Prof. Dr. Marianne Gronemeyer, Professorin für Erziehungs- und Sozialwissenschaften
Caroline Höschle
Biologin Arved Fuchs, Polarforscher und Buchautor
Thilo Maack, Greenpeace-Meeresbiologe

skrupellos.

Hervorragende Aufklärungsarbeit im Bereich Umweltschutz leisten unsere Medienklassen im Fachbereich Filmproduktion unter Leitung von Berufsschullehrer und Kameramann Bernd Siering. Die ca. 45-minütige Umwelt-Dokumentation „Skrupellos“ (2019) der Medienklasse AM116.
„Skrupellos“ zeigt eine kritische Auseinandersetzung mit den Themen Massentierhaltung und Insektensterben, befasst sich darüber hinaus auch mit der Rückkehr der Wölfe in unsere heimischen Wälder. Dass die von unseren Auszubildenden produzierten Dokumentationen hervorragende dokumentarfilmische Arbeit darstellt, zeigt auch, dass die Tierschutz-Dokumentation „Skrupellos“ beim „Natur-Vision-Filmfestival“ in Ludwigsburg mit dem „Newcomer-Filmpreis 2019“ prämiert wurde. Sehen Sie selbst die bildgewaltige Umwelt-Dokumentation unserer Schüler*innen mit eigenen Augen!

Die Dokumentation kommentiert die Bonner Philosophin Dr. Christina Pinsdorf. Ausserdem dabei, die Bestsellerautorin und von „Die Weisheit der Wölfe“ Elli H. Radinger, Professor Wägele vom Museum König in Bonn, Michael Ullenbruch vom Bioland-Hof Maria Laach, der Naturfilmer Sebatian Koerner, der Schriftsteller, Jäger und Imker Timm Koch und eine „illegale“ Tierschützerin.

 

 


WunderWald - Der Film

Wir sind ein Gruppe junger Erwachsener, die sich am Berufskolleg in Rheinbach zu einem Filmteam zusammengefunden haben. Ein Jahr lang haben wir für eine 40minütige Film-Dokumentation verschiedene Facetten zum Thema Wald gedreht. Unterschiedlichste Menschen zeigten uns ihr Leben im und mit dem Wald, und erzählten uns ihre Erlebnisse und Ansichten.
Der Förster und populäre Buchautor Peter Wohlleben gründete in Hümmel in der Eifel eine Waldakademie. Im Film zeigen uns seine Tochter Carina und die Försterin Lidwina Eichler das „Sozialverhalten“ der Bäume, so eigenartig das auch klingen mag. Sogar, dass die Eiche an einer Stelle vor der Buche Angst hat, ist eher unglaubhaft, aber sie führen uns zu der Stelle, wo es sichtbar ist.
Als Sandra Schilling, die Mutter eines Team-Mitgliedes, von Elfen und der Kraft der Bäume erzählt, belächelte es anfangs insgeheim wohl jeder von uns. Doch nach diesem Drehtag haben einige von uns eine neue Sicht auf den Wald erfahren. Im Film spürt man auch ihre überzeugenden Worte. Warum sollte man sich nicht einfach mal drauf einlassen, einen Baum zu berühren und zu beobachten was das mit einem macht.
Gesche Jürgens ist die Greenpeace-Expertin für Wälder und Biodiversität. lllegale Rodungen unserer Buchenwälder und der Regenwälder und die Problematik der großen Palmöl-Plantagen sind ihr Thema. Der Blick aus dem Weltall von ESA-Astronaut Alexander Gerst unterstützt ihre Ausführungen. Betroffen beschreibt er seine Beobachtungen von der Internationalen Raumstation, er schaut aus der großen Kuppel auf die Erde; von hier aus zeigt sich ihm, auf einem Blick, der katastrophale Zustand der brennenden Regenwälder am Amazonas.

Erschreckend nah bei uns wird alter Wald gerodet. Mehrmals besuchen wir die Baumbesetzer im Hambacher Forst. Die Umwelt-Aktivisten haben uns sehr beeindruckt und für lange Zeit nachdenklich gestimmt. Sie setzen sich aktiv ein, für den Wald. Wir stehen fassungslos am „größten Loch Europas“, der Aufschluss des Braunkohletagebaus Hambach, fast 500m tief, das Ende in der Ferne kaum zu erkennen. Der Hambacher Forst ist für uns ein Beispiel, dass Wald selbst direkt vor unseren Augen einfach verschwindet, und die Menschen die sich hier für den Erhalt einsetzen, führen ein abenteuerliches, gefährliches und sehr unbequemes Leben. In unserem Team entfacht sich eine Diskussion, die wir auch drehen: was denn wichtiger ist, die Natur oder der einzelne Mensch.
Manfred Krieger, einer unserer Lehrer, geht auf die Jagd. Im Verlauf des morgendlichen Drehs ist er aber genauso wie wir erleichtert, dass ihm in unserer Anwesenheit kein Wild in Schussweite kommt. Aber auch er vermittelt uns wieder eine andere Sicht auf den Wald.
Ganz anders ist Jasmin. Mit ihr verbringen wir einige Stunden im Wald. Sie nimmt uns nahezu liebevoll an die Hand, läßt uns ruhig werden und uns selbst entdecken. „Man soll den Wald nicht nur mit den Augen, sondern mit allen Sinnen wahrnehmen“, Jasmin Khalil ist Natur- und Wildnispädagogin in einem kleinen Ort in der Eifel. Mit ihr spüren wir den Wald.
Gesprochen und kommentiert wird unsere Dokumentation von Konrad Beikircher, er ist Kabarettist, Autor und Musiker. Eindringlich bringt er mit seinen Worten Inhalte und Stimmungen rüber.