> >

Projekt HABITAT

HABITAT ||...||...|| 1. 4. 2006 General-Anzeiger

Fantasievoller Austausch der Kulturen

BILDUNG Glasfachschüler arbeiten beim Projekt „Habitat“ eng mit gleichaltrig und Italienern zusammen. Zum Abschluss treffen sich alle in Rheinbach.
Von Caroline Gölker

RHEINBACH. „Habitat“ heißt das Projekt, das jetzt in der Glasfachschule in Rhein-bach zu seinem Abschluss gekommen ist. Drei Jahre lang haben Schüler der Fachoberschule für Gestaltung mit ihren Lehrern in diesem europäischen Bildungsprojekt gearbeitet und ihrer Fantasie freien Lauf gelassen. Die jungen Deutschen hatten dabei engen Kontakt zu gleichaltrigen Norwegern der Slatthaug Videregaende Skole sowie zu Schülern des Instituto Statale D‘Arte Imperia in Italien. Die Freunde aus dem hohen Norden und dem Süden sind zurzeit in Rheinbach zu Gast.
Angetan von dem Projekt zeigten sich Bürgermeister Stefan Raetz und Johannes Schlarb von der Stiftung der Deutschen Telekom jetzt bei der Begrüßung der ausländischen Gäste. Raetz lobte die Kreativität der Schüler und hob hervor, dass junge Menschen hervorragende Leistungen bringen können.,, Ich freue mich, dass es so erfolgreich gewesen ist“, erklärte Schlarb. Die Telekom-Stiftung wolle mit ihrer Unterstützung ebenfalls zu einem Austausch der Kulturen beitragen und die europäische Integration fördern.
Die jungen Leute machten sich Gedanken zu den Themen Leben, Wohnen und Umwelt, tauschten sich aus und besuchten sich. Unterstützt wurde das Projekt von der Europäischen Kommission: „Sie will damit den Kontakt zwischen den jungen Menschen in der Union fördern“, erklärt Ursula Auf der Mauer, die deutsche Projektleiterin. Im ersten Jahr, 2003/2004, habe der Schwerpunkt im Bereich Möbel-Design/Innenarchitektur gelegen, so die italienische Projektleiterin Fluvia Amoretti. Ihre Schüler entwarfen, inspiriert von Objekten des italienischen Künstlers Bruno Munari, eigene Design-Objekte, wie Möbel und Lampen.
Danach ging es um Architektur, Bautradition und Umweltgestaltung. „Es hat viel Spaß gemacht und man hat eine Menge über sich und über seine eigene Kultur gelernt“, sagt Katharina Jonen. Sie hat in ihrer Gruppe Plakate und Flyer auf Deutsch und Englisch entworfen, um Besuchern den Rhein samt Burgen und Rheinromantik schmackhaft zu machen. Auch entwarfen die Schüler originelle Traum-Möbel, wie den „Elfen-Thron“ mit grünem Efeukleid, die Klangcouch „Oktopus“ oder einen Sessel, in den ein Musikliebhaber eine überdimensionale Gitarre eingebaut hat. Sehr unterschiedlich sind die Schüler an die Themen herangegangen. "Die Norweger sind super kreativ, viel mehr als wir glauben“, sagt Jennifer Sager, ehemalige Schülerin. Bei den Italienern gehe es weniger perfektionistisch zu wie in Deutschland.
Arbeitssprache war Englisch. "Es war manchmal echt hart, aber ich habe viel gelernt“, sagt Sarah Dettlaff. Die Kontakte, die durch das Projekt geknüpft wurden, seien wichtig für die Zukunft. Das betonte auch der stellvertretende Leiter der Glaschschule, Walter Dernbach: „Wir hoffen, dass wir den Kontakt aufrechterhalten können.“ Für die deutschen Schüler ist eines aber klar: Dass sich die Lehrer so engagiert haben und dass sie von der Europäischen Kommission und der Telekom-Stiftung unterstützt worden sind, war großartig: „Da für möchten wir allen danken“, so Dettlaff.